Männerklub – extra nur für Männer

01.03.2018

In Altersheimen sind Männer stets in der Unterzahl. Aus diesem Grund bietet das Regionale Alterszentrum Schöftland seit 2017 einen exklusiven «Männerklub» an. Hier können sich die männlichen Bewohner untereinander austauschen und gemeinsamen Aktivitäten nachgehen.

Aus dem Männerlokal im Keller dringen unablässig Schleifgeräusche. Vier Männer fertigen dort gerade Nisthilfen für Wildbienen, die am jährlichen Ostermarkt verkauft werden. «Damit machen wir etwas für die Natur und können uns gleich selbst davon überzeugen, ob die Bienen wirklich darin nisten», erklärt einer der Männer. Schnell wird klar: Die Männer im Männerklub wollen nicht einfach nur beschäftigt sein. Sie wollen etwas Sinnvolles und Brauchbares kreieren.

Für einmal stehen nur die männlichen Bewohner im Fokus
Die männlichen Bewohner sind in jedem Altersheim eine Minderheit, auch im Regionalen Alterszentrum Schöftland. Daher wird meist nicht speziell auf ihre Anliegen und Bedürfnisse eingegangen. Aus diesem Grund hat das RAZS im Oktober 2017 den Männerklub gegründet. Hier stehen für einmal die Männer voll und ganz im Zentrum.

Zwar reagierten einige Männer zuerst mit Skepsis und manch einer meinte «Das brauche ich nicht» oder «Das ist nichts für mich». Andere hingegen waren neugierig und dachten sich, mal vorbei zu schauen könne ja nicht schaden – und motivierten ihre Mitbewohner gleich dazu, mitzukommen. «Es ist wichtig, dass wir Männer untereinander Kontakt haben, darum sollte jeder den Männerklub besuchen», meint ein Bewohner. Einem anderen Mitglied gefallen vor allem die lockere und «hemdsärmlige» Atmosphäre und die Ungezwungenheit.

Vielfältige Aktivitäten sorgen für Abwechslung und Zufriedenheit
Wenn sich die Männer im Männerklub nicht gerade handwerklich beschäftigen, reden sie gerne bei einer Tasse Kaffee über Themen wie die Schweizer Berge, über Reisen, über die verschiedenen Sportarten früher und heute, über das Wetter oder über News aus der Zeitung. Auch Spiele haben im Männerklub Platz und sorgen für Unterhaltung.

Eine kleine Anekdote zum Schluss: Gymnasiast Stefan Saleschak unterstützte das Team des RAZS während seines Praktikums und schloss im Mai seine Maturaarbeit mit dem Thema «Beschäftigungsstationen in der Demenz» ab. Diese Stationen hat er mithilfe der Männer vom Männerklub gefertigt. Egal ob beim Kleistern, Schrauben, Kleben – alle haben stets mit Freude und Engagement mitgemacht und immer wieder betont, was für eine gute Sache das sei. Eben eine Sache, die man brauchen kann.

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